Mendelssohn Felix Mendelssohn - Bartholdy (1809 - 1847)

Mendelssohn Bartholdy, Jakob Ludwig Felix; *3.2.1809 Hamburg, †4.11.1847 Leipzig; dt. Komponist,
Enkel des Philosophen Moses Mendelssohn (*6.9.1729 Dessau, † 4.1.1786 Berlin). Der Vater des Komponisten,
der Bankier Abraham Mendelssohn, trat zum Protestantismus über und veränderte den Familiennamen in Mendelssohn Bartholdy.

Lehrer von Felix Mendelssohn Bartholdy waren Ludwig Berger (Klavier), E. Rietz (Violine) und C. Fr. Zelter (Komposition);
im Klavierspiel zeitweise auch J.N. Hummel und (1816 in Paris) Marie Bigot. 1818 trat er zum ersten Male in einem öffentlichen Konzert auf.
Von 1820 an datiert die regelmäßige Kompositionstätigkeit von Mendelssohn Bartholdy. Die meisten Werke dieser frühen Jahre
blieben ungedruckt und sind im Autograph in der Berliner Staatsbibliothek deponiert.

1820 trat M.B. mit seiner Schwester Fanny der Berliner Singakademie bei, die unter Zelters Leitung ständig auch Werke J. S. Bachs einübte.
Im Herbst 1821 nahm ihn Zelter mit nach Weimar, wo Goethe sich von M.B. vorspielen ließ.

Erste öffentliche Aufführung von Werken M.B.´s fanden 1822 in Berlin statt (eine Symphonie und ein Klavierkonzert).
1824 entstand seine erste ins Werkverzeichnis aufgenommene Symphonie (c-Moll op.11) Im folgenden Jahre schrieb er die Ouvertüre
zu Shakespeares Sommernachtstraum op.21 (die übrigen Nummern der "Sommemachtstraum"- Musik entstanden 1842 als op. 61).

1827 wurde M.B.s einzige Oper Die Hochzeit des Camacho op.10 (nach Cervantes' Don Quixote) im Berliner Schauspielhaus aufgeführt,
konnte sich jedoch nicht durchsetzen. 1829 leitete er die erste Aufführung der Matthäuspassion seit Bachs Tod,
die am 11.3. mit der Singakademie stattfand. 1829 besuchte M.B. England, und erst von London aus verbreitete sich nach Aufführungen
der 1.Symphonie und der Sommenachtstraum -Ouvertüre sein Ruf als Komponist.

1830 ging er auf eine dreijährige Reise, die ihn - nach einem mehrwöchigen Aufenthalt bei Goethe in Weimar - nach Italien, Paris (1832) und London führte.
1833 wurde ihm die Leitung des Niederrheinischen Musikfestes in Düsseldorf übertragen, dessen Erfolg ihm die Anstellung als Städtischer Musikdirektor eintrug.

1835 nahm er ein Engagement als Kapellmeister der Gewandhauskonzerte in Leipzig an, wo er als erster Berufskapellmeister nicht vom Instrument aus,
sondern mit dem Taktstock dirigierte. M.B. machte Leipzig zu einem musikalischen Zentrum von europäischer Bedeutung.

1837 heiratete er Cécile Charlotte Sophie Jeanrenaud, die Tochter eines hugenottischen Geistlichen aus Frankfurt am Main.

1843 gründete er mit M. Hauptmann, R. Schumann, F. David und Christian August Pohlenz, als ersten Lehrern unter dem Protektorat des Königs von Sachsen,
das Konservatorium für Musik in Leipzig, das erste seiner Art in Deutschland.

Das überkommene Bild von M.B´s glücklich unkomplizierter Persönlichkeit erscheint als ebenso unzureichend wie die Vorstellung vom
mühelos produzierenden, problemlos glatten Komponisten. Seine Musik ist nicht mit Stilbezeichnungen wie Klassizismus und Biedermeier
oder mit Etiketten wie epigonal und akademisch einzuordnen. Befinden sich Solo- und Chorlieder ebenso wie die Lieder ohne Worte am ehesten
im Einklang mit bürgerlichen Konventionen, so stehen auf der anderen Seite die Werke, die kompositorische Konflikte mit solchen Normen
austragen (wie besonders die frühe und späte Kammermusik).

Der stereotype Vorwurf der "Manier" basiert auf der unbestreitbaren, hochgradigen Konstanz mancher Eigenarten in M.B´s Schaffen.
Ebenso deutlich sind aber auch markante Differenzen zwischen experimentellen frühen, ausgeglichenen reifen und zwiespältigen späten Werken.

Die Autographen bekunden, wie der Arbeitsprozeß zunehmend langwieriger und mühsamer wurde, und darin spiegeln sich die wachsenden
Komplikationen im Verhältnis M.B.´s zur Tradition und zur eigenen Gegenwart. Momente des Neuen manifestieren sich nicht nur in der
Ausprägung von Werktypen wie der Lieder ohne Worte, der Scherzi, der Orgelsonaten oder der Ouvertüren. Auch wo überkommene Gattungen
aufgenommen werden, finden sie nicht bloße Nachahmung, sondern erfahren ihre Umbildung durch vielfache Eingriffe.

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