Puccini Ciacomo Puccini (1858-1924)

Puccini, Ciacomo Antonio Domenico Michele Secondo Maria * 22.12.1858 Lucca, t 29.11.1924 Brüssel; ital. Komponist, studierte am Mailänder Konservatorium bei Antonio Bazzini, später bei A. Ponchielli. 1883 reichte er als Diplomarbeit ein Capriccio sinfonico für Orchester ein, dessen Themen er später in La Bohème wieder verwandte. Im selben Jahr beteiligte er sich mit seiner ersten Oper Le Villi an dem von dem Verlagshaus Sonzogno ausgeschriebenen Wettbewerb. Puccini erhielt keinen Preis, doch wurde sein Werk in Mailand am TeatroDalVerrne aufgeführt. Der Erfolg veranlaßte den Verleger G.Ricordi, mit Puccini einen Vertrag abzuschließen, der Puccini gestattete, sich ganz der Opemkomposition zuzuwenden. Nach Edgar (nach A. de Musseti, einem unglücklichen Versuch in Wagner Nachahmung, schrieb P. Manon Lescaut (nach der Erzählung von Antoine-Francois Pévost), die bereits die entscheidenden Merkmale der späteren Meisterwerke Puccinis zeigt. Unter den Opern der reifen Schaffenszeit - La Bohème, Tosca, Madame Butterfly, La fanciulla del West - bilden ohne Zweifel La Bohème und Tosca den Höhepunkt in Puccinis kompositorischer Laufbahn. La Bohème kann als Prototyp der ital. Oper im ausgehenden 19.Jh. gelten, die in ihrer lyrisch-sentimentalen und bürgerlichen Haltung in entschiedenem Gegensatz steht zu Verdis heroischer Oper, wenn sie auch in manchen Zügen an La Traviata anknüpft; Tosca, die mehr die ital. Tradition des 19. Jh. fortzusetzen scheint, ist als eines der wenigen bedeutenden Werke des Verismo anzusehen. Puccini, der letzte weltweit erfolgreiche ital. Opemkomponist, griff kompositionstechnische Errungenschaften der Jahrhundertwende (Ganztonleiter usw.) auf, setzte sie aber stets in dramaturgischer Absicht zu charakterisierenden Zwecken wirkungsvoll ein. In der Bevorzugung von Frauengestalten und Liebesthematik, aber auch in der farben- und nuancenreichen Instrumentierung erweist er sich als echter Repräsentant des musikalischen Fin de siècle. Einen Sonderfall in seinem Schaffen bildet Gianni Schicchi in dem eine Episode aus Dantes Divina commedia die Vorlage für eine witzige Typenkomödie mit glänzender Ensemblekunst darstellt.

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