Rossini Gioachino Rossini (1792 - 1868)

Rossini, Gioachino (Gioacchino, Giovacchino) Antoinio,*29.2.1792 Pesaro, † 13.11.1868 Passy bei Paris; ital. Komponist, genannt »der Schwan von Pesaro«, trat 1806 in das Liceo Musicale in Bologna ein, an dem er 1806-07 Violoncello, 1808-10 Klavier sowie bei St. Mattei Kontrapunkt studierte.

Ein intensives Studium widmete er den Opern Cimarosas, Haydns und Mozarts. Als er 1810 das Liceo Musicale verließ, hatte er bereits die Oper Demetrio e Polibio, 2 Symphonien (D-Dur, 1808 und Es-Dur, 1809) und die Kantate Il pianto d ´Armonia (1808) komponiert.

1810 debütierte er als Opernkomponist in Venedig mit La cambiale di matriomonio und ließ 1811 in Bologna L'equivoco stravagante folgen. Beide Werke hatten nur mäßigen Erfolg. Erst der Erfolg seines Tancredi, vor allem aber L'Italiana in Algeri (beide Venedig 1813), begründete Rossinis Ruhm.

Seinen größten Triumph feierte er 1816 in Rom mit Il barbiere di Siviglia (nach Beaumarchais' Le barbier de Séville), das sein berühmtestes Werk wurde. Obwohl die Oper bei der ersten Aufführung durchfiel, da das Publikum es für Vermessenheit hielt, dass nach Paisiello (1782) jemand das gleiche Libretto zu komponieren wagte, hatte bereits die zweite Vorstellung einen großen Erfolg, der sich mit jeder Wiederholung steigerte. Virtuos gehandhabte Buffotechnik, sprühende Melodik, lebendige Rhythmik eine subtile Instrumentation zeichnen die Partitur aus.

1815-23 war Rossini von D. Barbaja verpflichtet, jährlich zwei neue Opern zu schreiben. Er lieferte in dieser zeit 20 Opern, beginnend mit Elisabetta, regina dÍnghilterra, in der er die Koloraturen der Sänger und das Recitativo secco durch das von Streichern begleitete) Recitativo stromentato ersetzte.

1822 unternahm er eine Reise nach Wien. Er dirigierte dort mit größtem Erfolg seine Opern La Cenerentola und Zelmira. Ende 1824 berief ihn die frz. Regierung nach Paris, wo er bis 1826 das Theätre-Italien leitete.

Den Höhepunkt seines Schaffens in Paris bildetet 1829 die Aufführung des Guiliaume Tell. 1832-42 schrieb er ein Sabat mater, 1863 eine Petite messe solennelle für 4 Solo-Streicher, Chor, 2 Klaviere und Harmonium (Fassung mit Orchester 1867).1836-48 lebte er in Bologna un war dort 1840-48 Direktor des Liceo musicale, das er reorganisierte. Die politischen Ereignisse von 1848 zwangen ihn, nach Florenz und 1855 nach Frankreich gehen, wo er bis zu seinem Tod in Passy wohnte.

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