| Scarlatti, Giuseppe Domenico;
(genannt Mimmo), Sohn und Schüler von Alessandro Scarlatti, *26.10.1685
Neapel, 23.7.1757 Madrid; ital. Komponist, trat 1701 als Organist
und Komponist in die unter der Leitung seines Vaters stehende Königliche
Kapelle in Neapel ein. 1703 wurden in Neapel seine Opern Ottavia restituita
al trono und Il Giustino (mit acht Arien von G. Legrenzi) aufgeführt.
1705-08 studierte er in Venedig bei Fr. Gasparini. 1709 wurde Scarlatti
in Rom Kapellmeister am Privattheater der Königin Maria Casimira von
Polen, für das er sieben Opern schrieb. Nach der Abreise der .Königin
aus Rom war er von 1714 an Kapellmeister des portugisischen Botschafters
in Rom, 1714-19 auch an der Cappella Giulia im Vatikan und ab 1720 am Hofe
Joaos V. von Portugal in Lissabon, dort auch Lehrer der Infantin Maria Barbara.
1729 folgte er dem Ruf seiner königlichen Schülerin, die den span.
Thronfolger Fernando geheiratet hatte, als Cembalist nach Sevilla und 1733
nach Madrid. 1738 wurde Scarlatti Ritter des portugisischen Ordens von Santiago;
zum Dank dafür widmete er dem König von Portugal 30 Essercizi
per gravicembalo. Während seiner spanischen Jahre schrieb Scarlatti
die meisten seiner Sonaten, die seinen Ruhm begründeten. Die Sonate
gehören einer Zeit an, für die das Cembalo das vorherrschende
Klavierinstrument war; doch steht fest, daß Scarlatti auch das Hammerklavier
gekannt hat. Neben einigen Sätzen in Fugen- und Variationsform sowie
frühen, von der Suite beeinflußten mehrsätzigen Sonaten
kultivierte Scarlatti vor allem die einsätzige Sonate in forma bipartita,
der er, einthematisch und in mehrthematischer Reihung, eine Vielzahl von
Formen abzugewinnen verstand. |